Franz Schubert, Ausschnitt aus dem Aquarell von Wilhelm August Rieder, 1825

Die Neue Schubert-Ausgabe ist eine wissenschaftlich-kritische Edition sämtlicher Werke Franz Schuberts (1797–1828). Ihre insgesamt 84 Bände sind nach Werkgruppen in acht Serien geordnet und schließen ein Werkverzeichnis, Dokumente zur Biographie und Quellenkataloge mit ein. Jeder Notenband nennt im Anhang die wichtigsten Quellen und Lesarten und wird durch einen separaten Kritischen Bericht ergänzt.

Die Neue Schubert-Ausgabe versteht sich als kritische Gesamtausgabe, die auch der musikalischen Praxis dienen möchte. Diese doppelte Ausrichtung nimmt sie besonders ernst, auch im Sinne einer gesellschaftlichen und kulturellen Verantwortung.

„Kritische Edition“ bedeutet, dass die Neue Schubert-Ausgabe sämtlichen erreichbaren Quellen nachgeht und nicht nur ihre Varianten dokumentiert, sondern auch versucht, den Entstehungsprozess eines Werkes nachzuzeichnen. Dieser kann sich entweder in einem einzigen Autograph spiegeln (in verschiedenen Schreibschichten und Korrekturen) oder in mehreren Quellen (Autographen, Abschriften, Drucken), die unterschiedliche Fassungen einer Komposition überliefern.

Als „offene Ausgabe“ gibt die Neue Schubert-Ausgabe unterschiedliche Fassungen je nach Bedeutung und Umfang als Alternativen zum Haupttext wieder (ossia-Systeme), erwähnt sie in Fußnoten oder druckt sie vollständig ab. Um heutigen Interpreten die Möglichkeit zu geben, Veränderungen und Verzierungen, die zu Schuberts Zeit üblich waren, zu studieren und zu erproben, werden verzierte Fassungen und für den Vortrag eingerichtete Kompositionen in den Anhang der Notenbände aufgenommen, sofern sie aus Schuberts Umkreis stammen und von Schubert – zumindest mutmaßlich – autorisiert sind.

Seit 1965 entsteht die Neue Schubert-Ausgabe an zwei Arbeitsstellen in Tübingen und Wien. Das internationale Projekt wird von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur betreut und ist am Musikwissenschaftlichen Institut der Eberhard-Karls-Universität, Tübingen, sowie am Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, angesiedelt.

Arbeitsstelle Tübingen
Neue Schubert-Ausgabe
Musikwissenschaftliches Institut der Eberhard Karls-Universität Tübingen
Schulberg 2
72070 Tübingen
Telefon
(07071) 2972 -336 und -337
E-Mail

Arbeitsstelle Wien
Neue Schubert-Ausgabe
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage
Abteilung Musikwissenschaft
Bäckerstraße 13
1010 Wien
Österreich
Telefon
(43-1) 515 81-3718
E-Mail

Träger

Eberhard Karls Universität Tübingen und Internationale Schubert-Gesellschaft e.V., Freiburg im Breisgau; Vorsitzender: Professor Dr. Thomas Seedorf (Karlsruhe)

Herausgeber

Internationale Schubert-Gesellschaft e.V., Freiburg im Breisgau

Editionsleitung

Prof. Dr. Michael Kube, Dr. Felix Loy, Dr. Christine Martin und Dr. Vasiliki Papadopoulou

Verlage

Bärenreiter-Verlag, Kassel sowie Verlag der Internationalen Schubert-Gesellschaft e.V. (Kritische Berichte)

Umfang der Ausgabe

Geplant sind 81 numerische Bände (99 reale Bände); erschienen sind bisher 75 Bände (93 reale Bände). Diese Notenbände werden ergänzt durch „Quellen und Lesarten“, die beigebunden sind oder separat als Beiheft vorliegen. Von den Kritischen Berichten (geplant sind 75 Bände) erschienen bisher 69 Bände. (Stand: JB 2025)

Publikationsverzeichnis Schubert-Ausgabe

Aktivitäten

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