Akademie wird Trägerinstitution des Konsortiums NFDI4Culture

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published on 02. September 2020

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) hat auf ihrer Sitzung am 26. Juni 2020 Ă¼ber die Anträge der ersten Ausschreibungsrunde fĂ¼r die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entschieden. Das von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur / Mainz federfĂ¼hrend koordinierte Konsortium NFDI4Culture wurde bewilligt.

Der Präsident der Akademie, Prof. Dr.-Ing. Reiner Anderl, misst dieser Entscheidung eine weichenstellende Bedeutung zu: Â»Bislang existiert auf nationaler Ebene keine koordinierte Initiative fĂ¼r ein professionelles Forschungsdatenmanagement im kulturellen Bereich – ein Defizit, das gerade in der gegenwärtigen Krise vielfach als besonders schmerzhaft empfunden wird. NFDI4Culture möchte diese LĂ¼cke schlieĂŸen und eine bedarfsorientierte Infrastruktur schaffen, die ein breites Spektrum von der Musik-, Kunst-, Architektur-, bis hin zur Theater-, Tanz-, Film- und Medienwissenschaft abdeckt«.

Digitale Daten zu materiellen und immateriellen KulturgĂ¼tern sind ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens, der Kommunikation und der kulturellen Erfahrung. Sie sind nicht nur fĂ¼r kĂ¼nftige Wissenschaftsgenerationen von groĂŸer Bedeutung, sondern bilden die Grundlage von beständigen Transferprozessen zwischen Forschenden, Kunstschaffenden, Kulturwirtschaft und Zivilgesellschaft. NFDI4Culture nimmt die fächerĂ¼bergreifende Auffindbarkeit und Zugänglichkeit sowie die langfristige Sicherung und kontinuierliche Pflege dieser Daten in den Blick. Dazu gehören 2D-Digitalisate von Gemälden, Photographien und Zeichnungen ebenso wie digitale 3D-Modelle kulturhistorisch bedeutender Gebäude, Denkmäler oder audiovisuelle Daten von Musik-, Film und BĂ¼hnenauffĂ¼hrungen.

NFDI4Culture wurde Ă¼ber zwei Jahre in enger Zusammenarbeit zwischen elf Fachgesellschaften, neun Trägerinstitutionen und 52 Partnern entwickelt. Zu den Trägerinstitutionen gehören vier Universitäten (Heidelberg, Köln, Marburg, Paderborn), drei Infrastruktureinrichtungen (FIZ Karlsruhe, TIB Hannover, SLUB Dresden), die Stiftung PreuĂŸischer Kulturbesitz und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Sprecher des Konsortiums ist Professor Torsten Schrade. Im Rahmen des Konsortiums werden nicht nur europäische Entwicklungen berĂ¼cksichtigt, sondern auch die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der UNESCO, dem Internationalen Museumsrat, der Open Knowledge Foundation, Wikimedia oder dem Getty Research Institute realisiert. Am Standort Mainz sind mit der Hochschule Mainz, der Johannes Gutenberg-Universität und dem Mainzer Zentrum fĂ¼r Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften weitere Partner beteiligt: »Die Mainzer Akademie hat sich seit Jahren eine hohe Expertise auf dem Gebiet der digitalen Forschungsressourcen erarbeitet. Die KonsortialfĂ¼hrerschaft ist eine Anerkennung dieser Forschungsexzellenz und eine hohe Wertschätzung fĂ¼r den Mainzer Standort. Der Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur ist ein Meilenstein in der Wissenschaftspolitik. Diese starke Beteiligung ist ein Ausdruck der Forschungsstärke der rheinland-pfälzischen Einrichtungen. Es freut mich sehr, dass Rheinland-Pfalz sich hier so zentral positionieren konnte«, so der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Kontakt:

Prof. Torsten Schrade (Leiter Digitale Akademie und Sprecher von NFDI4Culture)

Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, Geschwister-Scholl-Str. 2, 55131 Mainz

Tel: +49 06131 577 119
Torsten.Schrade@adwmainz.de