Die maßgeblich schon 1831 von dem Frankfurter Stadtbibliothekar und Städeldirektor Johann Friedrich Böhmer (1795–1863) begründeten Regesta Imperii (RI) verzeichnen in chronologischer Form sämtliche urkundlich oder sonst wie belegten Aktivitäten der römisch-deutschen Könige und Kaiser sowie einiger Päpste von der Karolingerzeit bis zum Beginn der Neuzeit (ca. 751–1519) in Form deutschsprachiger „Regesten“ (abstracts). Seit Böhmer von zahlreichen Historikerinnen und Historikern fortgeführt und um quellen- sowie forschungskritische Angaben bereichert, haben sie sich als ein international geschätztes Quellenwerk zur deutschen und europäischen Geschichte des Mittelalters etabliert.

1906 wurde die Schirmherrschaft von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien übernommen, auf deren Initiative sich 1967 die „Deutsche Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii“ konstituierte. Zuerst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert, betreut dieser eingetragene Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit das Grundlagenwerk seit 1980 als ein Projekt der Mainzer Akademie und arbeitet dabei eng mit Partnerinstitutionen der Österreichischen sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie und anderen Unternehmen der historischen Grundlagenforschung zusammen. Außer den eigentlichen RI, innerhalb deren von Band I (Karolinger) bis Band XIV (Maximilian I., 1486/93–1519) reichender Kerngliederung die Urkundenregesten Ludwigs des Bayern (1314–1347), Sigismunds (1410/11–1437) und Friedrichs III. (1440–1493) wegen ihrer archivbezogenen Publikation Sonderfälle bilden, werden in Mainz und Wien monographische Bände der renommierten „Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters…“ herausgegeben.

Weil dieser gewaltige historische Informationsschatz jedem Interessierten weltweit jederzeit bequem zugänglich sein soll, ist er seit 2001 in Zusammenarbeit mit der DFG und der Bayerischen Staatsbibliothek sukzessive retrodigitalisiert worden. Er steht als unbeschränkt durchsuchbare Volltext-Datenbank zur kostenlosen Recherche im Internet mit der Möglichkeit direkten Nutzerfeedbacks.

Mit dieser grundlegenden Demokratisierung unseres Forschungsertrags ist die Retrodigitalisierung zur laufenden Digitalisierung geworden. Alle Teilprojekte sind dem Prinzip des open access verpflichtet. Alle ihre Forschungsergebnisse werden nahezu zeitgleich mit den weiterhin gedruckten Neuerscheinungen zur kostenlosen Benutzung für „jedermann“ in die Online-Regesten eingepflegt. Außer diesen offeriert die Regestenkommission auf ihrer Website noch eine der weltweit leistungsfähigsten Literaturdatenbanken zum thematisch-fachlichen Gesamtspektrum des Mittelalters mit zahlreichen Titelnachweisen und Recherchemöglichkeiten.

Anschrift
Regesta Imperii (Quellen zur Reichsgeschichte)
Akademie der Wissenschaften und der Literatur
Geschwister-Scholl-Str. 2
55131 Mainz
Telefon
(06131) 577-210
E-Mail

Träger

Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Aktivitäten

Mehr herausfinden