MerMEIding to the future

Ein Community-basiertes Nachhaltigkeitsvorhaben für qualitativ hochwertige Metadaten in der digitalen Musikwissenschaft

MerMEId (Metadata editor and Repository for MEI data) ist ein Open-Source-Metadaten-Editor zum Erstellen und Bearbeiten von MEI-Dateien (d.h. XML-Dateien, die gemäß den Richtlinien der Music Encoding Initiative ausgezeichnet sind). Das ursprünglich am Danish Centre for Music Editing (DCM) an der Königlichen Bibliothek Kopenhagen entwickelte und seit 2019 von einer kleinen, aber sehr aktiven Community weiterentwickelte Tool ist zum Erstellen digitaler Komponist:innen-Werkverzeichnisse bestens etabliert. Digitale Verzeichnisse der Werke von Carl Nielsen, Anton Bruckner, Giuseppe Tartini, Frederick Delius und anderer wurden erstellt; weitere (u.a. für Gustav Mahler, Franz Schubert und Georg Philipp Telemann) sind in Arbeit. Das Projekt MerMEIding to the future strebt eine umfängliche Weiterentwicklung der MerMEId an. Durch Arbeiten am Frontend (u.a. Erweiterung der Such- und Filterfunktionen, responsives Redesign und Unterstützung von Mehrsprachigkeit), Überarbeitungen im Backend (Erweiterung der Datenimport- und -exportmöglichkeiten, Entwicklung einer Plugin-Architektur, Unterstützung unterschiedlicher Datenstrukturen etc.) und Maßnahmen der Qualitätssicherung (insbesondere standardisierte technische Dokumentationen und Tests) entsteht ein leicht zu nutzendes und vielseitig einsetzbares Werkzeug für die musikwissenschaftliche Forschung und Projektarbeit. Die überarbeitete MerMEId soll das Erzeugen hochwertiger musikbezogener Metadaten (auf verschiedenen Ebenen wie Werken, Quellen und Ereignissen) nach den FAIR-Prinzipien ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zum Datenniveau des Fachs leisten. Nicht zuletzt trägt das Projekt zur Ausdifferenzierung eines fachspezifischen Profils eines Research Software Engineers bei. MerMEIding to the future setzt auf der in den vergangenen Jahren geleisteten Arbeit der Community auf, ergänzt diese um zentrale und umfangreiche Entwicklungspakete, die ohne Förderung nicht realisierbar sind, und schafft somit wiederum die Grundlage einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Pflege. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Einbindung in verschiedene Netzwerke zu. Das sind insbesondere: die MEI-Community, Projektpartner des ZenMEM, die musikwissenschaftlichen Projekte im Akademienprogramm und das Konsortium NFDI4Culture.

Music Metadata Ontology for Linked Open Data

Die Music Metadata Ontology for Linked Open Data (MeLOD) ist eine Ontologie zur Beschreibung musikwissenschaftlicher Metadaten, die sich insbesondere auf musikalische Werke und Quellenkataloge konzentriert. Sie dient als Datenmodell für die neue RDF-basierte Version des MerMEId-Editors und modernisiert damit den alten Editor, der auf MEI 4.0.1 basierte. Die Modernisierung dieses Editors wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Projekts „MerMEIding to the future – Ein Community-basiertes Nachhaltigkeitsvorhaben für qualitativ hochwertige Metadaten in der digitalen Musikwissenschaft“ (Projekt-Nr. 528785591) gefördert. Die Ontologie leitet sich aus dem MerMEId-Datenmodell ab und erweitert dessen Möglichkeiten durch Semantic-Web-Technologien. Die Konzepte basieren auf den MEI-Richtlinien (Music Encoding Initiative) und sind mit den entsprechenden MEI-Elementen verknüpft. Sie implementiert das FRBR-Modell (Functional Requirements for Bibliographic Records) und organisiert musikalische Informationen in den Ebenen Werk, Expression, Manifestation und Item. MeLOD integriert etablierte Ontologien wie Schema.org, LRMoo, CIDOC-CRM und DoReMus, um einen umfassenden semantischen Rahmen für Musikmetadaten bereitzustellen. Es gewährleistet die Kompatibilität mit der MEI XML-Schema Version 5.1 und sichert so die Interoperabilität mit bestehenden MEI-basierten Systemen. Die Ontologie unterstützt die detaillierte Beschreibung von musikalischen Werken, einschließlich ihrer Ausdrucksformen, Aufführungen, physischen Quellen und bibliografischen Informationen. Es berücksichtigt komplexe musikalische Konzepte wie Besetzungen, Incipits, Tonarten und Taktarten und erfasst gleichzeitig Kontextinformationen zu Personen, Orten, Ereignissen und Institutionen, die an der Genese und Aufführung beteiligt sind. 

Die Ontologie ist so konzipiert, dass sie sowohl den Anforderungen der traditionellen Musikkatalogisierung als auch modernen Linked-Data-Anwendungen in der Musikwissenschaft gerecht wird. Sie wird durch ein kontrolliertes Vokabular erweitert, das aus dem MerMEId-Editor abgeleitet wurde und basiert auf jahrelanger Entwicklungsarbeit am MerMEId-Tool, die bis 2019 vom Danish Centre for Music Editing (DCM) der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen und seit 2019 von der MerMEId-Community geleistet wurde. Der MerMEId-Quellcode steht auf GitHub open source zur Verfügung. Der Umzug auf den modifizierten Editor wird schrittweise im Verlauf des Jahres 2026 erfolgen. Die Ontologie spiegelt den Modellierungsstand vor der Übertragung in den neuen MerMEId MELODy Editor wider und wird nun schrittweise erweitert.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.