Dr. Sigrid Oehler-Klein

Biography

Dr. phil., Jg. 1955, Studium der Germanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie in Gießen.

1984-1999 Hg. und wiss. Mitarbeiterin an der Soemmerring-Edition der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 2000-2007 Betreuung eines Projekts zur Geschichte der Medizinischen Fakultät Gießen während des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Seit 2008 Mitarbeiterin bei der Deutschen Kommission zur Bearbeitung der Regesta Imperii e.V. (Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz).

Publikationen und Editionen zur Geschichte der Anthropologie, Naturkunde und Neuroanatomie im 18. und 19. Jh., zu den Anfängen des wissenschaftlichen Rassismus, zur Rezeption der Physiognomik in Wissenschaft und Literatur, zu den Kontinuitäten und Brüchen innerhalb der Medizin des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit, zur Städtepolitik des Mittelalters, zu den in hessischen Archiven überlieferten Urkunden Ks. Ludwigs d. Bayern.

Publications

  • Artikel „Rasse“, in: Handbuch Europäische Aufklärung: Begriffe - Konzepte – Wirkung, hg. von Heinz Thoma, Stuttgart (projektiert für Dezember 2014).
  • Gestaltung von öffentlichem Raum und Ordnung in der Regierungszeit Ludwigs des Bayern. Interaktionen zwischen den vier Reichsstädten der Wetterau und der Krone, in: Ludwig der Bayer (1314-1347). Reich und Herrschaft im Wandel, hg. von Hubertus Seibert, Regensburg 2014, S. 301-330.
  • Kontext und Bedeutung des wissenschaftlichen Arguments in Georg Forsters Kant-Kritik, in: Rainer Godel, Gideon Stiening (Hg.), Klopffechtereien – Missverständnisse – Widersprüche? Methodische und methodologische Perspektiven auf die Kant-Forster-Kontroverse, München 2012 ( = Laboratorium Aufklärung. Bd. 10), S. 135-162.
  • Professor Hermann Alois Boehm. Ein Wissenschaftler im Dienst der nationalsozialistischen Rassenhygiene, in: Boeck, Gisela Lammel, Hans-Uwe (Hg.): Die Universität Rostock in den Jahren 1933-1945 (= Rostocker Studien zur Universitätsgeschichte, Bd. 21), Rostock 2012, S. 205-225.
  • (zusammen mit Preuss D., Roelcke V.) The use of executed Nazi victims in anatomy: Findings from the Institute of Anatomy at Giessen University, pre- and post-1945, in: Annals of Anatomy 19 2012, S. 293–297.
  • „Aufbruchstimmung“ und „Aufbauwille“ in der medizinischen Fakultät der Universität Gießen nach 1933 und nach 1945: Ziel und Interessenverwirklichung am Beispiel der Berufungspolitik, in: Wissenschaft macht Politik. Hochschule in den politischen Systembrüchen 1933 und 1945, hg. von Sabine Schleiermacher und Udo Schagen. Stuttgart 2009, S. 125-149 (= Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, hg. von R. vom Bruch, Bd. 3).
  • Leichen Hingerichteter für Lehr- und Studienzwecke: Das Leichenbuch der Gießener Anatomie, in: Bernhard Spengler, Bernd Commersceodt (Hrsg.), Cum tempore.400e in 400 Viertelstunden, Gießen 2008, S. 429-438.
  • Mordsinn und Diebsinn. Franz Joseph Galls Erklärung des Verbrechens und die Anfänge der Neuropsychologie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Die Anatomie des Bösen: Ein Schnitt durch Körper, Moral und Geschichte, hg. von Roger Fayet. Schaffhausen 2008, S. 107-122 (= Interdisziplinäre Schriftenreihe des Museums zu Allerheiligen Schaffhausen, hg. von R.Fayet, Bd. 3).
  • Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen im Nationalsozialismus: Institutionen und Personen – Umbrüche und Kontinuitäten, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen, Bd. 93, 2008, S. 329-351.
  • Hg. (zusammen mit Volker Roelcke unter Mitarbeit von Kornelia Grundmann und Sabine Schleiermacher): Vergangenheitspolitik in der universitären Medizin nach 1945: Institutionelle und individuelle Strategien im Umgang mit dem Nationalsozialismus, hg. von. Stuttgart 2007 (= Pallas Athene, Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, hg. von R. vom Bruch und L. Beck, Bd. 22).
  • Einzelartikel darin:
    • zusammen mit V. Roelcke) Einführung: Das vergangenheitspolitische Handeln der medizinischen Eliten nach 1945, S. 9-17.
    • Zur Wiederherstellung von Ehre und Konsens an der Medizinischen Fakultät Gießen, S. 189-211.

  • Hg.: Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit: Personen und Institutionen, Umbrüche und Kontinuitäten. Stuttgart 2007 (= Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen 1607-2007, hg. von V. Roelcke, Bd. 2).
  • Einzelartikel darin:
    • Die Medizinische Fakultät Gießen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Ein Überblick, in: ebd., S. 33-44.
    • Der Lehrkörper der Medizinischen Fakultät nach 1933, in: ebd., S. 45-90.
    • Politische Einflüsse – inhaltliche Ausrichtungen, in: ebd., S. 91-132.
    • Das Institut für. Erb- und Rassenpflege an der Universität Giessen, in: ebd., S.223-246.
    • (zusammen mit N. Schappacher) Siegfried Koller und die neuen Herausforderungen der Statistik im Nationalsozialismus, in: ebd., S. 247-262.
    • „... als gesunder Mensch kam ich nach Gießen, krank kam ich wieder nach Hause ....“. Zwangssterilisationen in Giessen, in: ebd., S. 279-322.
    • (zusammen mit Gerrit Hohendorf, Mailke Rotzoll): Der Pädiater Johann Duken im Dienst nationalsozialistischer Gesundheitspolitik, in: ebd., S. 323-360.
    • Radikalisierungen während des Krieges – Auswirkungen auf Institutionen, Personal und Patienten, in: ebd., S. 361-376.
    • (zusammen mit Alexander Neumann) Der Einfluss der Forschungsförderung auf die Bearbeitung kriegswichtiger Projekte, in: ebd., S. 393-400.
    • (zusammen mit Alexander Neumann) Karrieren im Krieg – Giessener Wissenschaftler in den Sanitätsinspektionen der Wehrmacht, in: ebd., S. 401-430.
    • (zusammen mit Alexander Neumann) Die Verlagerung von Forschungsinstituten der Berliner Militärärztlichen Akademie nach Giessen, in: ebd., S. 431-466.
    • Die Gründung einer Akademie für Medizinische Forschung und Fortbildung und die Entnazifizierung des ehemaligen Lehrkörpers, in: ebd., S. 467-501.
    • Kollegiale Maßstäbe und akademisches Selbstverständnis. Der Umgang mit den „Altlasten“, in: ebd., S: 502-538.

  • (zusammen mit U. Enke) Professoren-Patienten-Studenten. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen seit 1607. Gießen 2007 (= Ausstellungsband des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen zum 400-jährigen Jubiläum).
  • Das Institut für Erb- und Rassenpflege der Universität Gießen: Aufbau des Instituts und Eingliederung in die Universität, in: Gießener Universitätsblätter 38 2005, S. 25 - 41.
  • Artikel „Franz Joseph Gall“; „Johann Kaspar Spurzheim“; „Kranioskopie; Phrenologie“; „Reizbarkeit“ (zusammen mit M. Wenzel); „Johann Christian Clossius“; „Alessandro Benedetti“ in: Pschyrembel Enzyklopädie Medizingeschichte, hg. Werner E. Gerabek et al., Berlin, New York 2005.
  • „... gesunder Mensch kam ich nach Gießen, krank kam ich wieder nach Hause ...“. Die Durchsetzung als des eugenischen Programms der Nationalsozialisten in Gießen - Psychiatrische Universitätsklinik und das Institut für Erb- und Rassenpflege 1933 – 1945, in: Psychiatrie in Gießen - Facetten ihrer Geschichte zwischen Fürsorge und Ausgrenzung, Forschung und Heilung. Begleitband zur Ausstellung „Vom Wert des Menschen“. Zentrum für soziale Psychiatrie, Gießen (= Historische Schriftenreiche des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Quellen und Studien, Bd. 9), 2003, 199-249.
  • Auf der Suche nach faktischen Beweisen. Darstellung und Erklärung der „etwas mindern Fähigkeit“ der Schwarzafrikaner „zur feinern Kultur“ in der Anthropologie Samuel Thomas Soemmerrings (1785), in: Schwarz-Weissheiten. Vom Umgang mit fremden Menschen. Katalog zur Sonderausstellung im Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg 28. September 2001 bis 27. Januar 2002. Oldenburg 2001, S.121-128.
  • F. J. Gall, J. K. Spurzheim: Untersuchungen ueber die Anatomie der Nervensystems ueberhaupt, und des Gehirns insbesondere. Ein dem französischen Institut überreichtes Mémoire. Nebst dem Berichte der H.H. Commissaire des Institutes und den Bemerkungen der Verfasser über diesen Bericht (1809). Mit einer Einleitung hg. von S. Oehler-Klein. Hildesheim, Zürich, New York 2001 (= Historia scientiarum, hg. Von Bernhard Fabian et al.).
  • S. Th. Soemmerring: Meine Ansicht einiger Gallschen Lehrsätze (1807/1829). Einführung und Kommentar, in: M. Wenzel (Hg.): Über das Organ der Seele. Basel 2000 (= Soemmerring-Werke, Bd. 9).
  • Der „Mohr“ auf der niedrigeren Staffel am Throne der Menschheit“? Georg Forsters Rezeption der Anthropologie Soemmerrings, in: H. Dippel, H. Scheuer (Hg.): Georg-Forster- Studien III. Kassel 1999, S. 119-166.
  • „Schönheit antiker Kinderköpfe“. In: pädiatrie hautnah 6/1999 (Jubiläumsheft), S.370-373.
  • S. Th. Soemmerring: Anthropologie. Über die körperliche Verschiedenheit des Negers vom Europäer (1785), hg. und bearb. von S. Oehler-Klein. Stuttgart, Jena, Lübeck, Ulm 1998 (= Soemmerring-Werke, Bd. 15).
  • (zusammen mit M. Wenzel) Reizbarkeit, Bildungstrieb, Seelenorgan - Aspekte der Medizingeschichte der Goethezeit, in: Hölderlin-Jahrbuch, Bd. 30, 1996/1997. Stuttgart, Weimar 1998, S. 83-101.
  • (zusammen mit U. Enke) Ernst Gottfried Baldinger (1738 - 1804), in: Jenaer Universitätslehrer als Mitglieder der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt II, 1997, S. 7-26 (= Sonderschriften Akademie gemeinnütziger Wissenschaften, 31).
  • Franz Joseph Gall, in: Deutsche Biographische Enzyklopädie. München 1996, S. 561f..
  • S. Th. Soemmerring: „Abbildungen und Beschreibungen einiger Mißgeburten, die sich ehemals auf dem Anatomischen Theater zu Cassel befanden“, in: Hessisches Ärzteblatt 57, 1996, H. 7, S. 225f..
  • Soemmerrings Werk aus seiner Kasseler Zeit, in: M. Wenzel (Hg.): S. Th. Soemmerring in Kassel (1779-1784), Stuttgart, Jena, New York 1994, S. 143-187 (= Soemmerring- Forschungen, Bd. 9).
  • Anatomie und Kunstgeschichte. Soemmerrings Rede „Über die Schönheit der antiken Kinderköpfe“ vor der Société des Antiquités in Kassel (1779). Faksimile und Transkription, in: ebd., S. 189-239.
  • Die Schädellehre Franz Joseph Galls in Literatur und Kritik des 19. Jahrhunderts, Stuttgart, New York 1990 (= Soemmerring-Forschungen, Bd. 8).
  • Samuel Thomas Soemmerrings Neuroanatomie als Bindeglied zwischen Physiognomik und Anthropologie, in:.G. Mann, F. Dumont (Hg.): Die Natur des Menschen. Probleme der Physischen Anthropologie und Rassenkunde (1750-1850), Stuttgart, New York 1990, S. 57- 87 (= Soemmerring-Forschungen, Bd. 6).
  • Franz Joseph Gall, der Scharlatan - Samuel Thomas Soemmerring, der Wissenschaftler? Neuroanatomische Methoden, Erkenntnisse und Konsequenzen im Vergleich, in: G. Mann, F. Dumont (Hg.): Gehirn, Nerven, Seele. Anatomie und Physiologie im Umfeld S. Th. Soemmerrings, Stuttgart, New York 1988, S. 93-131 (= Soemmerring-Forschungen, Bd. 3).
  • Soemmerrings Werk aus seiner Kasseler Zeit, in: M. Wenzel (Hg.): Samuel Thomas Soemmerring. Naturforscher der Goethezeit in Kassel, Kassel 1988, S. 52-72.
  • Der Sinn des „Tiegers“. Zur Rezeption der Hirn- und Schädellehre Franz Joseph Galls im Werk Georg Büchners, in: Georg Büchner Jahrbuch 5 (1985), S. 18-51.

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