Allgemeine Informationen

Vertreten durch die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz koordiniert die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften im Rahmen der Gemeinschaftsfinanzierung des Bundes und der Länder derzeit 16 langfristige musikwissenschaftliche Editions- und Dokumentationsvorhaben, die mit ca. 6,8 Mio € jährlich finanziert werden. In diesen Langfristprojekten arbeiten 2017 hauptamtlich etwa 90 wissenschaftliche und 8 nichtwissenschaftliche Mitarbeiter in 26 Arbeitsstellen, die über 9 Bundesländer verteilt sind. Zu den meisten Editionen tragen daneben externe Bandherausgeber bei, die in enger Verbindung mit den hauptamtlichen Mitarbeitern in den Editionsstellen stehen.

Im Mittelpunkt der Arbeiten der Editionsstellen stehen in der Regel Gesamtausgaben bedeutender Komponisten. Sie sind für Wissenschaft und Praxis bestimmt und stellen mit den neuesten historisch-kritischen Methoden Notenmaterial zur Verfügung, das neben Autographen, Erstdrucken usw. das überlieferte Quellenmaterial möglichst umfassend berücksichtigt und z.B. auch verschiedene Fassungen oder Skizzen enthält. In den Vorworten und in den sogenannten Kritischen Berichten wird außerdem über die Entstehungs- und Aufführungsgeschichte des jeweiligen Werkes berichtet, die Quellenlage dargestellt und Rechenschaft abgelegt über die Einzelentscheidungen des Herausgebers. Insbesondere wird auch überprüft, ob die unter dem Namen eines bestimmten Komponisten, z.B. Mozart, überlieferten Werke auch tatsächlich von ihm komponiert wurden. Das Resultat der Arbeit ist eine Werkedition, die dem praktischen Musiker unmittelbar zugänglich ist und zugleich alles das darstellt, was nach dem heutigen, im allgemeinen sehr weit entwickelten Stand der Quellenforschung und Quellenaufbereitung über ein Werk bekannt ist. Dadurch ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede zu den alten Gesamtausgaben, die schon im 19. Jahrhundert erschienen sind. Teil der Ausgaben sind häufig auch die Edition der Briefe, das Werkverzeichnis und Dokumentenbände, in denen Dokumente zu den Werken, zum Komponisten und seiner Umwelt oder zur Rezeption vorgelegt werden.