Thomas Hettche erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2019

Foto: Thomas Andenmatten

Die Stiftung Joseph Breitbach und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz verleihen den Joseph-Breitbach-Preis 2019 an den Schriftsteller Thomas Hettche.

Mit Thomas Hettche würdigt die Jury »einen eminenten Stilisten, der die gesellschaftlichen Entwicklungen und ästhetischen Debatten der letzten Jahrzehnte in innovativer Form mitgestaltet hat und seit seinem 1989 erschienenen Romandebüt ›Ludwig muß sterben‹ zu den herausragenden
Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehört. Erkenntnistheoretisch stets auf der Höhe der Zeit und thematisch am Puls der Gegenwart, sind Hettches Romane und Essays ein eigenwilliger poetischer Kosmos, in dem sich ein profundes historisches Wissen mit Erfindungsreichtum und stilistischer Finesse paart. Auch in seinen philosophisch versierten und lebensklugen Essays zeigt sich Hettches bestechende Fähigkeit, die Komplexität der Welt in einer nuancierten und federnden Sprache aufleuchten zu lassen. In autobiografisch-essayistischer Form thematisiert er die mediale Transformation unserer Lebenswelt und setzt den ›leeren Herzen‹ der Gegenwart die poetische Daseinserkundung und ein emphatisches Literaturverständnis entgegen.«
Der Preis ist mit 50.000 € dotiert. Die Verleihung findet am 20. September 2019 im Theater Koblenz statt. Die Laudatio hält Christian Döring.

Thomas Hettche, 1964 in Treis am Rand des Vogelsbergs geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Filmwissenschaft in Frankfurt am Main und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin und in der Schweiz. Seit 2018 ist Thomas Hettche Honorarprofessor am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin. Er ist Mitglied des Deutschen PEN und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Veröffentlichungen (Auswahl) Ludwig muß sterben. Roman (1989); Inkubationen (1992); NOX. Roman (1995); Der Fall Arbogast. Kriminalroman (2001); Woraus wir gemacht sind. Roman (2006); Fahrtenbuch 1993-2007. Essays (2007); Die Liebe der Väter. Roman (2010); Totenberg. Essay (2012); Pfaueninsel. Roman (2014); Unsere leeren Herzen. Über Literatur (2017)
Für sein Werk wurde Thomas Hettche vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Rauriser Literaturpreis (1990), dem Robert Walser-Preis (1990), dem Spycher: Literaturpreis Leuk (2001), dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis (2014), dem Bayerischen Buchpreis (2014), dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2016) und dem Hermann-Hesse-Literaturpreis (2018). Gastaufenthalte und Stipendien führten ihn u.a. nach Rom, Venedig, Krakau, Zürich und Los Angeles.
Bisherige Preisträger
Hans Boesch, Friedhelm Kemp, Brigitte Kronauer (1998); Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies, Rainer Malkowski (1999); Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner (2000); Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff (2001); Elazar Benyoëtz, Erika Burkart, Robert Menasse (2002); Christoph Meckel, Herta Müller, Harald Weinrich (2003); Raoul Schrott (2004); Georges-Arthur Goldschmidt (2005); Wulf Kirsten (2006); Friedrich Christian Delius (2007); Marcel Beyer (2008);
Ursula Krechel (2009); Michael Krüger (2010); Hans Joachim Schädlich (2011); Kurt Flasch (2012); Jenny Erpenbeck (2013); Navid Kermani (2014); Thomas Lehr (2015); Reiner Stach (2016); Dea Loher (2017); Arno Geiger (2018)

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