Reiner Stach erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2016

Logo des Joseph-Breitbach-Preises.
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Die Stiftung Joseph Breitbach und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz verleihen den Joseph-Breitbach-Preis an den Essayisten und Literaturwissenschaftler Reiner Stach.

Reiner Stach erhält den Joseph-Breitbach-Preis 2016 für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographie. Mit dem dreibändigen Opus Magnum über Franz Kafkas Leben und Schreiben hat Stach neue Maßstäbe für das Genre gesetzt. Mit Takt, Lebensklugheit und Empathie nähert sich der Autor Kafkas komplexer Persönlichkeit; fern von jedem Voyeurismus und von jeglicher Mystifizierung leuchtet er die geheimsten Winkel von Kafkas Psyche aus, ohne dem Schriftsteller sein Geheimnis zu nehmen. Diese über 2000 Seiten umfassende Trilogie ist nicht nur akribisch recherchiert und kenntnisreich dokumentiert, sondern in ihrer Anschaulichkeit, atmosphärischen Dichte und psychologischen Subtilität selber ein großer literarischer Wurf; ein Werk, das das Zeitgeschehen – die Welt des deutschen Prager Judentums und den Anbruch der Moderne – ebenso wie die Personen in Kafkas Umfeld so lebendig vor Augen führt, als wären wir mittendrin.

Der Preis ist mit 50.000 € dotiert. Die Verleihung findet am 16. September 2016 im Theater Koblenz statt. Die Laudatio hält Paul Ingendaay.

Reiner Stach, 1951 in Rochlitz (Sachsen) geboren, studierte Philosophie, Mathematik und Literaturwissenschaft an der Universität Frankfurt am Main. 1985 wurde er dort im Fach Literaturwissenschaft promoviert und arbeitete von 1986 bis 1990 als Wissenschaftslektor beim S. Fischer Verlag. Von 1991 bis 1996 war er als Publizist und freier Lektor u.a. für die Verlage S. Fischer, Rowohlt und Metzler tätig. 1996 begann er an der Arbeit der dreibändigen Kafka-Biographie, er kuratierte eine Ausstellung zu Felice Bauer (›Kafkas Braut‹), Tagungen zu Franz Kafka (u.a. im Deutschen Literaturarchiv Marbach) und konzipierte die weltweit meistbesuchte Kafka-Webseite unter dem Dach des S. Fischer Verlags.

Auszeichnungen: Bayerischer Buchpreis (Kategorie Sachbuch, 2015), Bestes historisches Buch des Jahres: ›Kafka. Die frühen Jahre‹ (ausgewählt von Historikern und Journalisten der Zeitschrift ›DAMALS‹, 2015), Sonderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis (2008), Kulturförderpreis des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (2003)

Veröffentlichungen (in Auswahl): ›Kafka. die frühen Jahre‹ (2014), ›Kafka. Die Jahre der Erkenntnis‹ (2008), ›Kafka. Die Jahre der Entscheidungen‹ (2002), ›Ist das Kafka? 99 Fundstücke‹ (2012), ›Zur Psychologie des Laufens‹ (1994), ›Gottfried Bermann Fischer / Brigitte Bermann Fischer: Briefwechsel mit Autoren‹ (Hrsg., 1990), ›Kafkas erotischer Mythos‹ (1987), ›100 Jahre S. Fischer Verlag. 1886-1986. Kleine Verlagsgeschichte‹ (1986)

Bisherige Preisträger
Hans Boesch, Friedhelm Kemp, Brigitte Kronauer (1998); Reinhard Jirgl, Wolf Lepenies, Rainer Malkowski (1999); Ilse Aichinger, W.G. Sebald, Markus Werner (2000); Thomas Hürlimann, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff (2001); Elazar Benyoëtz, Erika Burkart, Robert Menasse (2002); Christoph Meckel, Herta Müller, Harald Weinrich (2003), Raoul Schrott (2004), Georges-Arthur Goldschmidt (2005), Wulf Kirsten (2006), Friedrich Christian Delius (2007), Marcel Beyer (2008), Ursula Krechel (2009), Michael Krüger (2010), Hans Joachim Schädlich (2011), Kurt Flasch (2012), Jenny Erpenbeck (2013), Navid Kermani (2014), Thomas Lehr (2015)

www.joseph-breitbach.de
www.joseph-breitbach-preis.de

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