Neuerscheinung: ›Hermann Broch und Frank Thiess. Briefwechsel 1929–1938 / 1948–1951‹

Foto: AdW Mainz

Die ›Mainzer Reihe, Neue Folge‹ (Göttingen: Wallstein Verlag) hat mit der Publikaktion des Briefwechsels zwischen Hermann Broch und Frank Thiess eine Neuerscheinung zu verzeichnen.

Hermann Broch war bereits Mitte Vierzig, als er 1930 den ersten Band seiner »Schlafwandler«-Romantrilogie veröffentlichte. In Wien lernte er 1928 Frank Thiess kennen, einen der erfolgreichsten Schriftsteller der Weimarer Republik. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die sich in der Zwischenkriegszeit festigte und sich auch nach 1945 bewährte.
Ihr langjähriger Briefwechsel besticht durch die Offenheit in der Kritik an ihren Büchern und spiegelt eine Zeit voller politischer und gesellschaftlicher Umstürze. Broch musste nach der Annexion Österreichs aufgrund seiner jüdischen Herkunft in die USA flüchten, wohingegen Thiess meinte, Deutschland nicht verlassen zu können.
Obwohl es nach dem Zweiten Weltkrieg große Differenzen zwischen Autorinnen und Autoren, die ins Exil geflohen waren, und solchen, die sich der sogenannten inneren Emigration zurechneten, gab, konnten Broch und Thiess ihre Freundschaft bewahren und ihre Diskussionen in gewohnter Direktheit fortsetzen. Ihre Korrespondenz in den Nachkriegsjahren ist ein aufschlussreiches Dokument des intellektuellen Exils in den USA sowie der Literaturszene in der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Am 13. Dezember findet in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt eine Buchvorstellung mit Paul Michael Lützeler und Thedel von Wallmodenstatt statt.

In der Arbeit der Klasse der Literatur und der Musik bildet die ›Mainzer Reihe‹ einen Schwerpunkt. 1956 begründet, wurden bis 2003 in den Verlagen Luchterhand, Christian Wegner, Hase & Köhler und bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft 98 Bände veröffentlicht. Mit dem Wechsel zum Wallstein Verlag erscheinen die Bände seit 2004 als ›Mainzer Reihe, Neue Folge‹. Damit wird die Tradition der bisherigen ›Mainzer Reihe‹ fortgesetzt, in der Romane, Essays, Hörspiele, Theaterstücke und Briefeditionen u.a. von Hans Henny Jahnn, Ernst Kreuder, Hans Erich Nossack und Wilhelm Lehmann publiziert wurden.

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