Neue Mitglieder in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur hat in ihren letzten Sitzungen acht neue Mitglieder aufgenommen. Zu den ordentlichen Mitgliedern zählen nun der Sprachwissenschaftler Walter Bisang, der Ethnologe Michael Bollig, der Mediziner Kai-Uwe Eckardt, der Islamwissenschaftler Stefan Heidemann, die Sprachwissenschaftlerin Damaris Nübling und der Volkswirt Christoph M. Schmidt. Der Historiker Jean-Marie Moeglin und die Musikwissenschaftlerin Melanie Wald-Fuhrmann wurden zu korrespondierenden Mitglieder gewählt.

Prof. Dr. Walter Bisang ist seit 1992 Professor für Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.  Sein Schwerpunkt liegt in der Erforschung der  weltweiten strukturellen Vielfalt der menschlichen Sprache. Von 1978 bis 1986 studierte er an der  Universität Zürich Allgemeine Sprachwissenschaft, Chinesisch und Georgisch, anschließend an der ›School of Oriental and African Studies‹ in London Thai, Khmer und Linguistik. 1990 wurde er mit einer vergleichenden Arbeit zu ost- und südostasiatischen Sprachen an der Universität Zürich promoviert. Er war von 1999 bis 2008 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs ›Kulturelle und sprachliche Kontakte‹. Gastprofessuren führten ihn nach Bangkok (Chulalongkorn University), Hangzhou (Zhejiang University, China), Ile-Ife (Nigeria), Melbourne (LaTrobe University) und Paris (CRLAO). Gegenwärtig ist er im Senatsausschuss und im Bewilligungsausschuss für die Sonderforschungsbereiche der DFG. Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Michael Bollig ist seit 2000 Professor für Ethnologie an der Universität zu Köln und war dort von 2010 bis 2014 Prorektor für Internationales und Diversität; stellvertretender Direktor des Global Source Studies Center Cologne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen der Mensch-Umweltbeziehungen in Trockenräumen Afrikas, der interdisziplinären Zusammenarbeit bei Fragen des Umweltwandels und der sozio-ökonomischen Entwicklung, Formen des Konfliktmanagements und der Politikökologie. Von 1981 bis 1986 studierte er Ethnologie, Geschichte und Landwirtschaft bzw. Afrikanistik an den Universitäten Bonn und Köln, 1991 wurde er an der Universität Tübingen promoviert, von1992 bis 1999 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethnologie der Universität zu Köln, wo er sich habilitierte. Lange Feldforschungen führten ihn in hirtennomadische Gemeinschaften nach Nordwestkenia und Namibia. Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. med. Kai-Uwe Eckardt ist seit 2004 Professor für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nieren- und Hochdruckkrankheiten an der Universität Erlangen-Nürnberg und Leiter der Kliniken für Nieren- und Hochdruckkrankheiten in Erlangen und Nürnberg. Nach seinem Studium der Medizin an der Universität Münster und an der Welsh National School of Medicine in Cardiff wurde er am Humangenetischen Institut der Universität Münster promoviert. 1993 habilitierte er sich für das Fachgebiet Physiologie an der Universität Regensburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist die pathogenetische Rolle des Sauerstoffmangels bei Nierenkrankheiten. Kai-Uwe Eckardt ist seit 2008 Koordinator der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung getragenen ›German Chronic Kidney Disease Study‹ sowie seit 2009 Prodekan für Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. Ordentliches Mitglied der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Stefan Heidemann ist seit 2011 Professor für Islamwissenschaft an der Universität Hamburg. Er studierte in Regensburg, Berlin, Damaskus und Kairo die Fächer Volkswirtschaftslehre und Islamwissenschaft. 1993 wurde er an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über ›Das Aleppiner Kalifat‹ promoviert. Von 1994 bis 2009 war er Wissenschaftlicher Assistent und Hochschuldozent an der Universität Jena, wo er 2001 seine Habilitation abschloss. 2009 wurde Stefan Heidemann als Professor of Islamic History and Artistic and Material Culture an das renommierte Bard-College in New York berufen und war ab 2010 in einer Doppelfunktion als Associate Curator am Metropolitan Museum of Art tätig, für das er das Narrativ der Islamischen Geschichte für die neue Dauerausstellung mitformulierte. Zwei Jahre später folgte er einem Ruf an die Universität Hamburg. Stefan Heidemann ist als Wissenschaftler auch an Diskussionen zum gegenwärtigen Geschehen im Vorderen Orient beteiligt. Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Jean-Marie Moeglin ist seit 2010 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Paris-Sorbonne. Von 1975 bis 1981 war er Schüler der École Normale supérieure, 1982 wurde er promoviert. 1992 habilitierte er sich und lehrte im Anschluss bis 2010 als Professor an der Universität Paris-Est Créteil Val de Marne / Paris XII. Seit 1995 ist er außerdem Directeur d‘études an der École pratique des hautes études. Seine breiten Forschungsinteressen betreffen den Kultur transfer, besonders zwischen Deutschland und Frankreich, sowie politische Rituale im Mittelalter. Großen internationalen Erfolg brachte ihm eine 2002 veröffentlichte Studie zu den Bürgern von Calais im Hunder tjährigen Krieg ein, in der er einen historischen Mythos dekonstruiert und dessen langfristiges Fortwirken aufdeckt. Für dieses Werk wurde er mit dem Grand prix d‘histoire du printemps 2003 der Société des gens de lettres ausgezeichnet. Seit 2013 ist er Korrespondierendes Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres (Paris). Korrespondierendes Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Damaris Nübling ist seit 2000 Inhaberin des Lehrstuhls Historische Sprachwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihr Studium der Romanistik und der Deutschen Philologie an der Universität Freiburg schloss sie mit einer Promotion über ›Klitika im Deutschen‹ ab. Von 1992 bis 1998 war sie Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik. 1998 habilitierte sie sich in Germanischer und Nordgermanischer Philologie mit einer Arbeit über ›Prinzipien der Irregularisierung‹, die den Sprachwandel von Verben in zehn germanischen Sprachen untersucht. Im selben Jahr wurde sie in Freiburg zur Hochschuldozentin ernannt. 2001 nahm sie eine Gastdozentur ›Deutsche Sprachgeschichte‹ an der Beida-Universität Peking wahr. Damaris Nübling ist Mitherausgeberin des von der DFG geförderten Projekts ›Deutscher Familiennamenatlas‹ (DFA) sowie Leiterin des Akademievorhabens ›Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands‹ (DFD). 2013 wurde sie mit Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, 2014 erhielt sie den Konrad-Duden-Preis. Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Christoph M. Schmidt ist seit 2002 Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen und Professor für Wir tschaftspolitik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2013 ist er Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwir tschaftlichen Entwicklung. Seine aktuellen Forschungsinteressen gelten arbeitsökonomischen und zentralen Themen aus öffentlichen Debatten zur Wirtschafts- und Finanzpolitik, was ihn zu einem gefragten Politikberater macht. Nach dem Studium der Volkswirtschaft an der Universität Mannheim und Economics an der Princeton University, wo er seinen Ph.D. ablegte, habilitierte er sich 1995 an der LMU München. Von 1995 bis 2002 war er Professor für Ökonometrie am Alfred-Weber-Institut der Universität Heidelberg. Er ist u.a. Mitglied des Präsidiums von acatech und des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Hal- bach Stiftung. Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann ist seit 2013 Direktorin der Abteilung Musik am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. Ihre Hauptforschungsgebiete liegen u.a. im Bereich der Musikästhetik, der Soziologie und Anthropologie der Musik sowie den Musikpraktiken und -kulturen von der Renaissance bis zur frühen Neuzeit. Nach dem Studium der Musikwissenschaft und altgriechischen Philologie arbeitete sie von 2003 bis 2010 am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, wo sie 2005 mit einer Arbeit über Athanasius Kirchers ›Musurgia universalis‹ promoviert wurde und sich 2009 habilitierte. 2010/11 lehrte sie als Professorin für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck, von 2011 bis 2013 war sie Professorin für Musiksoziologie und historische Anthropologie der Musik an der Humboldt-Universität. Für ihre Arbeiten wurde sie u.a. mit dem Max Weber-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 2009 und dem Abert-Preis der Gesellschaft für Musikforschung 2009 ausgezeichnet. Korrespondierendes Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse

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