Mainzer Poetikdozentur mit Yoko Tawada

Foto: Yves Noir

Yoko Tawada, 1960 in Tokyo geboren, wurde an der Universität Zürich über ›Spielzeug und Sprachmagie in der europäischen Literatur‹ promoviert. Sie lebt in Berlin und veröffentlicht ihre literarischen Werke in Deutschland und Japan. Ottmar Ette bezeichnet ihre Arbeit als 
»ZwischenWeltenSchreiben«, ein »zutiefst translinguales Phänomen, in dem verschiedene Sprach- und Denksysteme nicht nur nacheinander gequert, sondern füreinander gegenwärtig gehalten werden«.

In ihrer Poetikdozentur befasst sich Yoko Tawada mit dem Phänomen des Lesens und stellt die Bedingungen für Lesbarkeit zur Diskussion. Wir sind normalerweise umgeben von lesbaren Zeichen, außer wenn wir in der Ferne unterwegs sind. Lesen ist eine der wichtigsten Teilnahmebedingungen einer Kultur. Wenn man aber ›Lesbarkeit‹ zu eng definiert, ist man Fremdheit gegenüber nicht mehr offen. Können wir wirklich eine fremde Schrift nicht lesen? Ist eine fremde Geste immer unverständlich? Hat man nichts von Bildern und Gedichten, die man nicht versteht? Wie kann man die Unlesbarkeit als eine Chance nutzen?

Vor ihrem öffentlichen Vortrag ›Lesbarkeit der Fremde‹ gibt Yoko Tawada einen ebenfalls öffentlichen Workshop mit Lesung im Philosophicum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Näher Informationen hierzu sind den Kalendereinträgen zu entnehmen (siehe unten). 

Yoko Tawada wirkte als Writer-in-Residence u.a. im Literaturhaus Basel (2001), an der Washington University in St. Louis, USA (2008) und an der Sorbonne in Paris (2012). 2011 hatte sie eine Hamburger Gastprofessur für Interkulturelle Poetik inne. Ausgezeichnet wurde ihr Werk vielfach, u.a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis 1996, der Goethe-Medaille 2005, dem Yomiuri-Literaturpreis, Japan 2013 und dem Kleist-Preis 2016. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie seit 2015 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

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