Einladung zum Symposium ›Die Wiederkehr der Sklaven‹

Assyrische Soldaten treiben kaldäische Gefangene (WA 124954; © The Trustees of the British Museum)

7. November 2018, 13.00 – 18.00 Uhr
8. November 2018, 9.30 –15.00 Uhr
Akademie der Wissenschaften und der Literatur
Geschwister-Scholl-Straße 2, 55131 Mainz

Die Sklaverei, die mit dem amerikanischen Bürgerkrieg und in der Folge des Mahdi-Aufstandes im Sudan in den 1880ern welthistorisch weitgehend gebannt zu sein schien, hat in den letzten Jahren eine Aktualität erfahren: Der Islamische Staat und Boko Haram propagieren die Sklaverei offen als Teil ihrer islamischen Identität. Die Geschichte der Sklaverei, des Menschen als Eigentum oder sein Besitz durch Gewalt und Ausbeutung, ist global und war niemals auf die klassische Antike und den transatlantischen Menschenhandel beschränkt.
Das Symposium nimmt zwei Großregionen, die historisch vielfältige Verbindungen miteinander haben, in den Blick: den Vorderen Orient und den indischen Subkontinent. In der vormodernen islamischen Zivilisation wurde die antike Sklaverei fortgesetzt. Die Institution der Sklaverei ist begründet durch die Vorstellung einer Hierarchie von Geburtsklassen und der Stufung nach angeborenen Reinheitsgraden. Es wird diskutiert, welche historischen Ursprünge Strukturen der Sklaverei in diesen Regionen haben und wie diese bis heute nachwirken.
Unter der Leitung von Stefan Heidemann, Daniel Schwemer, Walter Slaje und Winfried Schmitz beschäftigen sich Wissenschaftler aus verschiedensten Disziplinen mit den heutigen Formen der Sklaverei im Nahen Osten und auf dem indischen Subkontinent. Zum Abschluss findet eine öffentliche Podiumsdiskussion statt, in der die historischen Wurzeln und Perspektive der Sklaverei thematisiert werden.
Das Symposium wird von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Kooperation mit der Universität Hamburg veranstaltet und schließt mit seinen Fragen an das mittlerweile abgeschlossene Akademieprojekt ›Forschungen zur antiken Sklaverei‹ an.


Programm
Mittwoch, 7. November 2018, 13.00 – 18.00 Uhr
Prof. Dr. Stefan Heidemann (Universität Hamburg): Begrüßung und thematische Einführung
Stella Freitag (Walk Free Foundation): Moderne Sklaverei – Konzept, globales Ausmaß und Brennpunkte
Prof. Dr. Stephan Conermann (Universität Bonn): Sklaverei im Mamlukenreich (1250–1517)
Prof. Dr. Sabine Damir-Geilsdorf (Universität Köln): Formen neuer Sklaverei? Kafala, Schuldknechtschaft und ›Human Trafficking‹ in den arabischen Golfstaaten
Prof. Dr. Rüdiger Lohlker (Universität Wien): Sklaverei als Ausdruck der Apokalypse – Das Beispiel Islamischer Staat


Donnerstag, 8. November 2018, 9.30 Uhr – 15.00 Uhr
Prof. Dr. Michael Jursa (Universität Wien): Formen abhängiger Arbeit im Alten Orient in der Eisenzeit
PD Dr. Annette Schmiedchen (Humboldt-Universität zu Berlin): Sklaverei im vormodernen Indien
Professor Dr. em. Jakob Rösel (Universität Rostock): ›Bonded Labour‹ – Formen der Schuldknechtschaft, Armut und ökonomischen Abhängigkeit in der kolonialen und postkolonialen Entwicklung Indiens
Öffentliche Podiumsdiskussion: Sklaverei – Historische Wurzeln und Perspektive: Europa, Vorderer Orient und der indische Subkontinent (Moderation: Prof. Dr. Stefan Heidemann)

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