Ehrendoktorwürde für Christoph Markschies und Franz-Kafka-Preis an Claudio Magris

Prof. Dr. Dres. h.c. Christoph Markschies

Wie die Humboldt-Universität zu Berlin bekannt gibt, wird »dem evangelischen Theologen Christoph Markschies, Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), durch die päpstliche Lateran-Universität in Rom und das Forschungsinstitut Augustinianum die katholische Ehrendoktorwürde verliehen.«

Damit ist Markschies der erste Protestant, der eine solche Auszeichnung durch die beiden Institutionen erhält. In der Begründung heißt es: »Diese Verleihung erfolgt in Anerkennung seines Engagements und der hervorragenden Ergebnisse, die er im Blick auf die Vertiefung der Kenntnisse und das Verständnis dessen, was die ersten christlichen Generationen gelebt, geglaubt und bewirkt haben, erzielen konnte.«

Markschies ist 2012 zum korrespondierenden Mitglied der Akademie Mainz gewählt worden. Geboren 1962 in Berlin, wurde Christoph Markschies nach Studien der evangelischen Theologie, klassischen Philologie und Philosophie in Tübingen promoviert. Ab 1994 arbeitete er als Professor in Jena, Heidelberg und Berlin; dazu wirkte er als Gastprofessor u.a. in Jerusalem und Princeton. Er wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, 2001 mit dem prestigeträchtigen Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2006 wurde er zum Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin gewählt und amtierte bis 2010. Gegenwärtig ist er unter anderem Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Fritz Thyssen-Stiftung, Leiter des Instituts Kirche und Judentum und Vorstandssprecher des Berliner Antike-Kollegs sowie des Einstein Centers »Chronoi«. Neben seinen wissenschaftlichen Beiträgen beteiligt sich Markschies regelmäßig (unter anderem auch als Pfarrer) an aktuellen theologischen und kirchlichen Debatten.

Des Weiteren wurde der italienischen Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Claudio Magris dieses Jahr mit dem Franz-Kafka-Preis der Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag ausgezeichnet.

Mit dem Franz-Kafka-Preis wird jährlich das literarische Werk eines zeitgenössischen Autors gewürdigt, »dessen Werk Leser ohne Hinblick auf ihre Herkunft, Nationalität und Kultur anspricht so wie das Werk Franz Kafkas, eines der größten Autoren moderner Weltliteratur.«, so die Franz-Kafka-Gesellschaft. Zu den früheren Preisträgern gehören Elfriede Jelinek (2004), Harold Pinter (2005), Peter Handke (2009) und Amos Oz (2013).

Magris ist seit 2002 korrespondierendes Mitglied der Akademie, daneben ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und verschiedener ausländischer Akademien. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009 und der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 2012. Erst 2015 war ihm der Orden ›Pour le Mérite‹ verliehen worden.

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