Lauer-Lecture 2018 mit Volker Mosbrugger

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Am 30. November 2018 fand der 10. Jahresvortrag der Wilhelm-Lauer-Stiftung am Geographischen Institut statt, die als Wilhelm-Lauer-Lecture fester Bestandteil im Veranstaltungsprogramm des Geographischen Instituts Bonn ist. Diesjähriger Gastredner war Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, der sowohl Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung als auch Professor am Institut für Geowissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main ist. In seinem Vortrag widmete sich Prof. Mosbrugger der terrestrischen Paläoklimatologie und Biodiversitäts-Entwicklung im Himalaya, die im Fokus seines Forschungsinteresses stehen.

Auf die Aktualität der Thematik schwindender Biodiversität, die seit der Krefelder Studie zum Insektensterben auch in der Öffentlichkeit präsenter ist, verwies Prof. Dr. Jörg Bendix, als Vorsitzender der Wilhelm-Lauer-Stiftung in seinem Grußwort und hob den Jubiläumscharakter der diesjährigen Veranstaltung hervor. Weitere Grußworte wurden von dem Generalsekretär der Mainzer Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Claudius Geisler und der Vorsitzenden der Kommission für Bio- und Geowissenschaften der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Prof. Dr. Dorothea Bartels, gesprochen. Beide hoben die Verdienste Volker Mosbruggers für die Akademie der Wissenschaften hervor und betonten die gute Beziehung der Akademie zum Geographischen Institut Bonn.  Prof. Mosbrugger stellte die Analyse terrestrischer Ökosysteme und den Zusammenhang zwischen Geodiversität und Biodiversität in den Vordergrund seines Vortrages. Dazu präsentierte er Daten verschiedener Studien, die die geologische Entwicklung und die Entwicklung der Biodiversität im Hochgebirge des Himalayas untersuchten. Den teils gegenläufigen Erkenntnissen dieser Studien zur Rolle von Hebung (uplift) und der Phylogenie sowie Radiation stellte Prof. Mosbrugger das alternative Konzept der mountain geo-biodiversity hypothesis gegenüber.

Demnach wirkt sich nicht nur die Hebung und damit einhergehende Erhöhung der Geodiversität positiv auf die Biodiversität aus, sondern auch erdgeschichtliche Klimazyklen (Glazial – Interglazial), die als „Artenpumpe“ (species pump) in Hochgebirgen besonders wirksam sind. Die aufgezeigte systemische Betrachtungsweise und Einbeziehung der erdgeschichtlichen Dimension, ist nach Prof. Volker Mosbrugger notwendig, um die zukünftigen Entwicklungen der Biodiversität abzuschätzen und die Frage nach dem Schutz von Biodiversität in Hochgebirgen anzugehen.

Den Vortrag schloss eine angeregte Diskussion mit Rückfragen von Kollegen und Studierenden ab. Letztere nahmen bereits am Vormittag an einem Reading-Seminar unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Bendix und Prof. Dr. Georg Miehe teil. Die 10. Wilhelm-Lauer-Lecture wurde mit einem geselligen Umtrunk im Roten Saal beschlossen.

Foto: O. Schlömer

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