Die Akademie in Zahlen
1949 gegründet auf Initiative von Alfred Döblin
3 Klassen mit je bis zu 50 ordentlichen und 50 korrespondierenden Mitgliedern
über 40 Forschungsvorhaben mit 200 Mitarbeitern in 11 Bundesländern
ca. 70 Publikationen jährlich
ca. 13 Mio. Euro Jahresetat von Bund und Ländern
Satzung
Die Satzung der Akademie steht hier zum Download bereit.
Braucht das 21. Jahrhundert Akademien der Wissenschaften?
Vortrag von Peter Graf von Kielmannsegg bei der Veranstaltung "300 Jahre Albrecht von Haller – Genialität, Internationalität, Exzellenz" der Georg-August-Universität-Göttingen am 10. Februar 2009.
Zuschläge Konjunkturpaket II
Expost-Transparenz: Liste der gem. Erlass des MWVLW vom 13.02.2009 durchgeführten Vergabeverfahren im Rahmen des Pakts für Beschäftigung und Stabilität
Internationale Kontakte
Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz ist im Bericht über den Stand der internationalen Kontakte der Landesregierung im Zeitraum 2007-2008 insgesamt 14 Mal vertreten.
Aufgaben und Tätigkeiten der Akademie
Die Akademie
Am 9. Juli 1949 wurde in Worms die Akademie der Wissenschaften und der Literatur gegründet. Die Initiative hierzu ging vornehmlich von in den Westen übersiedelten Angehörigen der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Preußischen Akademie der Künste aus. Sie fanden nach dem Zweiten Weltkrieg für ihre Pläne zunächst die Unterstützung der französischen Militärverwaltung, dann aber auch der demokratisch gewählten rheinland-pfälzischen Landesregierung. Die Akademie ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern und Literaten und sieht sich in der Tradition von Gottfried Wilhelm Leibniz, der während seiner Tätigkeit am Hofe des Mainzer Kurfürsten (1668/69) ein Konzept entwickelte, das auch heute noch die Grundlage moderner Wissenschaftsakademien darstellt.
Satzungsgemäß dient die Akademie in Mainz der Pflege der Wissenschaften und der Literatur und wirkt auf diese Weise für die Bewahrung und Förderung der Kultur. Sie gliedert sich in drei Klassen: die Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, die Geistes- und sozialwissenschaftliche Klasse und die Klasse der Literatur. Jede Klasse umfasst je bis zu 50 ordentliche und korrespondierende Mitglieder. Die ordentliche Mitgliedschaft setzt einen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland voraus; korrespondierende Mitglieder können aus dem In- und Ausland gewählt werden.
Die Akademie als Trägerin von Forschungsprojekten
Die Akademie in Mainz ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Dienstherreneigenschaft. Sie ist wie alle deutschen Akademien der Wissenschaften einerseits eine interdisziplinäre und die Landesgrenzen überschreitende Gelehrte Gesellschaft, andererseits Trägerin von Forschungsvorhaben der verschiedensten Richtungen und Veranstalter wissenschaftlicher Tagungen und Symposien.
Der Schwerpunkt der Akademiearbeit liegt auf dem Gebiet langfristiger Grundlagenforschung, die in der Regel nicht durch andere Institutionen (Deutsche Forschungsgemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Großforschungseinrichtungen oder Universitäten) gefördert wird. Die Akademie in Mainz betreut zurzeit einschließlich der Drittmittelprojekte über 40 Forschungsvorhaben in elf Bundesländern. Die vom Land Rheinland-Pfalz gewährte Grundausstattung und die gemeinsame Forschungsförderung der Akademievorhaben durch Bund und Länder erreichen zusammen mit Drittmitteln bei mehr als 200 Mitarbeitern einen Jahresetat von rund 13 Mio €.
Forschungsschwerpunkte der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse sind vor allem langjährige Beobachtungen und Datensammlungen auf den Gebieten der medizinischen und der biologischen Grundlagenforschung sowie der Geowissenschaften, u. a. der Virus-, der Biodiversitäts- und der Klimaforschung. In der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse werden Langzeitvorhaben betreut: z. B. die Neubearbeitung der Regesta Imperii, die Herausgabe von wissenschaftlichen Wörterbüchern wie des Russisch-Deutschen Wörterbuchs, die Edition mittelalterlicher Inschriften in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie die Dokumentation mittelalterlicher Glasmalerei (CVMA). Zunehmende Bedeutung bei Durchführung der Vorhaben und Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse gewinnen dabei die elektronischen Medien. In Verbindung mit der dortigen Universität ist die Akademie um Förderung und Ausbau des Trierer Kompetenzzentrums für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren bemüht, mit dem es bereits zahlreiche Kooperationsprojekte gibt.
Einen Schwerpunkt der Klasse der Literatur bildet die Herausgabe der Mainzer Reihe, in der neben literarischen Werken ihrer Mitglieder auch literaturwissenschaftliche Arbeiten, Biographien und Werkausgaben erscheinen. Zu den weiteren Aktivitäten der Klasse gehört die Vergabe von Literaturpreisen, darunter der Joseph-Breitbach-Preis für deutschsprachige Literatur, und die zusammen mit der Johannes Gutenberg-Universität veranstaltete Poetik-Dozentur.
Die Akademie in Mainz betreut zahlreiche große Gesamtausgaben bedeutender Komponisten (u. a. Haydn-Gesamtausgabe, Gluck-Gesamtausgabe, Schönberg-Gesamtausgabe, Schumann-Gesamtausgabe, Neue Schubert-Ausgabe, Wagner-Gesamtausgabe, Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe). Sie stellen mit den neuesten historisch-kritischen Methoden Notenmaterial zur Verfügung, das neben Autographen, Erstdrucken usw. das überlieferte Quellenmaterial möglichst umfassend berücksichtigt. Die Ausgaben sind für Wissenschaft und Praxis bestimmt und genießen wegen ihrer hohen editorischen Standards auch international großes Ansehen.
Die Akademie als Förderer
Eine neue Initiative hat die Akademie mit der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ergriffen: Sie eröffnet mit den Colloquia Academica jüngeren Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich in Vortrag und Diskussion einer fachkompetenten Öffentlichkeit vorzustellen; mit der Vergabe von Stipendien und Nachwuchspreisen bietet sie jungen Wissenschaftlern finanzielle Unterstützung und ideelle Anerkennung.
Die Akademien insgesamt haben erkannt, dass sie sich den drängenden Problemen, die in Gegenwart und Zukunft auf unsere Gesellschaft zukommen, nicht verschließen dürfen. In den Naturwissenschaften, auf medizinischem Gebiet und in der Technik schreiten die Forschung und der Fortschritt so rasch voran, dass eine Fülle neuer Fragestellungen und Sachverhalte auftritt, die Besinnung und Nachdenken zum langfristigen Nutzen unserer Gesellschaft herausfordern. Die rasche weltweite Ausbreitung unseres Wissens, damit zugleich die "Globalisierung" der drängenden Fragen verlangen, dass solche Fragestellungen ebenso rasch aufgenommen werden, wie sie entstehen. Die in den Akademien versammelte interdisziplinäre Kompetenz muss dazu benutzt werden, neue Entwicklungen und Situationen gründlich zu bedenken; zugleich muss das Ergebnis solchen Denkens den politisch Handelnden zur Kenntnis gebracht werden. Solche Problemkreise werden seit einigen Jahren und in letzter Zeit zunehmend von den Akademien, speziell auch von der Akademie in Mainz, in Symposien und Arbeitstagungen thematisiert. Die Schwerpunkte liegen derzeit auf den Gebieten Energie und Umwelt, Marktwirtschaft, Finanzpolitik sowie Ethik und Medizin oder auch Wechselwirkung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Die Akademien sind entschlossen, bei solchen Themen interakademisch und mit anderen Wissenschaftsorganisationen enger zusammenzuarbeiten, um den ganzen Umkreis der wissenschaftlichen Kompetenz wirksam werden zu lassen.



