Corpus monodicum. Die einstimmige Musik des lateinischen Mittelalters. Gattungen – Werkbestände – Kontexte (neu im Akademienprogramm)

Träger Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Projektleitung Prof. Dr. Andreas Haug
Mitarbeiter David Catalunya
Elaine Janette Stratton Hild
Dr. Isabel Kraft
Dr. Alba Scotti
Dr. Konstantin Voigt
Anschrift Institut für Musikforschung
Domerschulstraße 13
97070 Würzburg
Telefon (0931) 31 82114
Telefax (0931) 31 82830
e-mail andreas.haug(at)uni-wuerzburg.de
Verlag Schwabe-Verlag, Basel
Umfang der Ausgabe 25 Bände. Die Ergebnisse des Vorhabens werden auch in digitaler Form zugänglich gemacht. (Stand: Jahresbericht 2012)

Das Vorhaben widmet sich der Erforschung und Edition musikhistorisch signifikanter, editorisch noch unerschlossener Bestände der einstimmigen kirchlichen und weltlichen Musik des europäischen Mittelalters mit lateinischem Text.

Bis zum Ausgang des Mittelalters war die Musik Europas von der Einstimmigkeit bestimmt. Die dauerhafte Preisgabe der Einstimmigkeit und das neue Konzept der mehrstimmigen Komposition begründen die musikkulturelle Eigenart des neuzeitlichen Europa und bedingen gleichzeitig die Wahrnehmung des Mittelalters als musikalische Fremdkultur.

Die handschriftlichen Quellen der einstimmigen Musik des Mittelalters sind dank der intensiven Forschungstätigkeit während der letzten fünfzig Jahre inhaltlich relativ gut erschlossen. Selbst die Texte der in diesen Handschriften überlieferten Gesänge und Lieder sind der Forschung in älteren und neuen Ausgaben zugänglich. Völlig anders ist die Lage bei den Melodien. Sie liegen noch immer nur zu einem sehr geringen Teil in Editionen vor, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Ziel des musikwissenschaftlichen Editionsvorhabens ist es daher, maßgeblich zu einer vollständigen Erschließung des Gesamtbestands europäischer Einstimmigkeit beizutragen. Mit dieser soll ein philologisch fundiertes Gesamtbild der musikalischen Hinterlassenschaft des Mittelalters gewonnen werden, eines kulturellen Erbes, das die Kultur Europas seit der Karolingerzeit entscheidend mitgeprägt hat. Als Grundlagenforschung trägt das Vorhaben zur Erkenntnis der Musik- und Kulturgeschichte insgesamt bei und strebt an, ein philologisch gesichertes Fundament für die weitere Forschung der Formungsphase europäischer Musik zu legen und somit eines der größten Defizite der Musikmediävistik zu beseitigen.

Das Editionsprogramm des auf 16 Jahre angelegten Langzeitprojekts ist modular aufgebaut und umfasst die folgenden, nach sechs Abteilungen gruppierten Bände: Ordinariumsgesänge der Messe, Tropen, Sequenzen, Antiphonen, Lieder und Spiele. Im wissenschaftlichen Beirat des Vorhabens wirken international führende Experten dieser Abteilungen des Editionsprogramms mit.